Nemo und der komische Erfinder
6 bis 8 Jahre · Mittel · Abenteuer · von Camillo
Folge 1 · Serie „Nemo und der komische Erfinder"
Nemo wohnte gleich neben Oftokalkulus. So hiess der Nachbar, auch wenn ihn alle nur Oftokalkulus nannten, weil er ständig knifflige Berechnungen murmelte. Jeden Nachmittag nach der Schule ging Nemo bei ihm vorbei. Die Garage von Oftokalkulus war der spannendste Ort der ganzen Strasse.
Drinnen stapelten sich Zahnräder, Schrauben und bunte Kabel. Überall standen Maschinen, die surrten, blinkten und manchmal ein kleines Wölkchen Rauch ausstiessen. Oftokalkulus trug immer eine Schutzbrille, die viel zu gross für sein Gesicht war, und seine Haare standen nach jedem Versuch ein bisschen mehr in alle Richtungen ab.
„Nemo, mein Freund!“, rief er, als der Junge zur Tür hereinkam. „Heute baue ich etwas ganz Besonderes: eine Maschine, die Socken sortiert. Nie mehr einzelne Socken in der Schublade!“
Nemo grinste. Die letzte Erfindung von Oftokalkulus hatte Butterbrote fliegen lassen, allerdings nicht sehr weit und meistens mit der Butterseite nach unten. Trotzdem war es immer aufregend, dabei zuzuschauen.
Die Sockenmaschine war ein turmhohes Gebilde mit vielen Armen, die wie Spinnenbeine aus der Mitte ragten. Oftokalkulus drückte einen grünen Knopf, und die Maschine begann zu arbeiten. Klick, klack, schnapp – sie griff nach Socken aus einem Korb und legte sie ordentlich in Paare sortiert auf einen Tisch.
„Wunderbar!“, rief Nemo und klatschte in die Hände.
Doch dann passierte etwas Seltsames. Die Maschine wurde immer schneller. Die Arme wirbelten wie ein Karussell, und aus ihrem Inneren begann es zu knattern und zu funken. Kleine blaue Blitze sprangen zwischen den Zahnrädern hin und her.
„Oh je“, murmelte Oftokalkulus und kratzte sich am Kopf. „Das sollte eigentlich nicht passieren.“
Die Maschine ruckelte und schepperte lauter. Ein Sockenberg flog durch die Luft und landete auf Oftokalkulus’ Kopf wie eine wollene Mütze. Nemo musste kurz lachen, aber dann sah er, wie eine kleine Rauchwolke aus dem Motor stieg.
„Der rote Knopf!“, rief Oftokalkulus. „Nemo, schnell, drück den roten Knopf!“
Genau dafür war Nemo da. Bei jedem Besuch zeigte ihm Oftokalkulus, wo der rote Knopf war – der Nothalt, mit dem man jede Maschine sofort stoppen konnte. Das gehörte zu den wichtigsten Regeln in der Werkstatt: Nur Oftokalkulus durfte die Maschinen bedienen, aber den Nothalt durfte auch Nemo drücken, wenn es nötig war.
Nemo rannte zur Wand, wo der grosse rote Knopf leuchtete, und drückte fest darauf. Sofort wurde es still. Die Arme der Maschine sanken herunter, die Blitze verschwanden, und nur noch ein leises Zischen war zu hören, bevor auch das verstummte.
„Puh“, seufgte Oftokalkulus und nahm die Socken von seinem Kopf. „Gut gemacht, Nemo! Du bist ein echter Erfinderhelfer.“
„Was ist schiefgelaufen?“, fragte Nemo neugierig und schaute sich die Maschine an.
Oftokalkulus öffnete eine kleine Klappe und zog ein verbogenes Zahnrad heraus. „Hier, dieses kleine Rad war falsch eingebaut. Deshalb ist alles durcheinandergeraten.“ Er drehte das Zahnrad in seinen Fingern und lächelte. „Zum Glück haben wir den Nothalt. So passiert nichts Schlimmes, auch wenn mal etwas schiefgeht.“
Nemo nickte. Er wusste, dass Erfinden manchmal so war: Man probierte etwas aus, und nicht immer klappte es gleich beim ersten Mal. Aber genau das machte es auch spannend.
Gemeinsam bauten sie das Zahnrad wieder richtig ein. Oftokalkulus erklärte Nemo, wie die kleinen Teile ineinandergriffen, und Nemo durfte sogar eine Schraube festziehen, natürlich unter genauer Aufsicht.
Als die Maschine repariert war, drückte Oftokalkulus wieder den grünen Knopf. Diesmal surrte alles ruhig und gleichmässig. Die Spinnenarme griffen sanft nach den Socken und legten Paar für Paar ordentlich hin. Am Ende lag ein wunderschöner Turm aus sortierten Socken auf dem Tisch.
„Das hast du gut hinbekommen“, sagte Nemo stolz.
„Wir haben es gut hinbekommen“, verbesserte Oftokalkulus und zwinkerte. „Ohne dich und den roten Knopf wäre das Zimmer jetzt voller Socken und Rauch.“
Nemo lachte. Er mochte es, wie bei Oftokalkulus jeden Tag etwas Neues passierte. Manchmal ging etwas schief, aber gemeinsam fanden sie immer eine Lösung. Und der rote Knopf war dabei sein wichtigstes Werkzeug.
Als die Sonne langsam unterging, verabschiedete sich Nemo. „Bis morgen, Oftokalkulus!“
„Bis morgen, mein Freund“, rief der Erfinder zurück. „Wer weiss, was wir dann bauen.“
Zufrieden ging Nemo nach Hause, während in der Garage die frisch sortierten Socken im Abendlicht glänzten.
Diese Geschichte wurde von künstlicher Intelligenz erstellt. Bitte lies sie vor dem Vorlesen kurz an.
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