Die Spürnasen und das Tock an der Haltestelle
6 bis 8 Jahre · Mittel · Spannung · von Camillo · 🎧 1× angehört
Folge 4 · Serie „Die Spürnasen von der Bushaltestelle"
Am Montag kurz vor acht lag auf der Bank ein kleines Häufchen.
„Schneckenhäuser“, sagte Ben. Er zählte. „Sieben Stück. Alle leer. Alle zerbrochen.“
Nora schob ihre Mütze aus der Stirn. „Das ist ein Fall. Wir beobachten.“
Tim zog die Schultern hoch. „Schneckenhäuser auf der Bank, das macht mich krank und auch ganz blank!“
„Das reimt sich nicht“, sagte Lina freundlich. „Aber es klingt gut.“
Zwieback schnupperte an der Bank und wedelte. Oben auf der Dachrinne sass ein brauner Vogel mit gesprenkelter Brust. Er hielt ganz still. Kein Kind schaute nach oben.
Dann kam der Bus. Er kam pünktlich.
Am Dienstag lagen elf Häuser da. Und diesmal hörten alle es: Tock. Tock-tock. Tock.
„Das kommt vom Hof“, flüsterte Ben und schrieb mit. „Tock, alle zwei Sekunden.“
Über der Mauer stand Herr Groll. Er hatte einen Besen, einen Eimer und einen kleinen Hammer.
„Guten Morgen“, brummte er mit seiner sehr tiefen Stimme.
„Er hat einen Hammer“, sagte Tim. „Ein Hammer klopft. Schneckenhäuser klopfen auch. Ich bin sicher!“
Nora nickte langsam. „Verdacht eins: Herr Groll. Wir prüfen das.“
Auf der Dachrinne putzte sich der braune Vogel den Schnabel. Dann flog er über die Hecke davon.
Am Mittwoch teilte Nora die Gruppe auf. „Ben und Lina bleiben an der Bank. Tim und ich gehen zur Mauer. Zwieback bleibt bei Ben.“
„Und wer bleibt bei mir?“ fragte Tim.
„Ich“, sagte Nora. „Komm.“
Hinter der Mauer klopfte Herr Groll Pflöcke in die Erde. Tock. Tock-tock. Er baute ein Gestell für seine Bohnen.
„Das ist kein Schneckenhaus“, stellte Nora fest. „Falsche Fährte.“
In diesem Moment rief Lina von der Bank: „Es klopft schon wieder! Und ihr seid gar nicht dort!“
Tim rannte los, um alles zu sehen. Er stolperte in den offenen Geräteschuppen. Die Tür schwang zu. Klack.
„Ich bin gefangen!“ rief Tim. „Für immer! Bis ich alt bin und Marmelade im Bart habe!“
Zwieback bellte zweimal, laut und deutlich.
„Bleib ruhig, Tim“, rief Lina. „Du hast Luft. Die Tür klemmt nur.“
Herr Groll kam mit drei langen Schritten. Er hob den Riegel an und zog. Die Tür ging auf.
„Elf Sekunden“, sagte Lina. „Ich habe mitgezählt.“
„Elf Sekunden?“ Tim schnaufte. „Es fühlte sich wie elf Jahre an.“
„Der Riegel hängt schief“, brummte Herr Groll. „Ich schraube ihn heute noch fest.“
Dann kam der Bus. Er kam pünktlich.
Am Donnerstag brachte Nora ein Glas mit. „Wir stellen eine Falle“, sagte sie. „Keine Fangfalle. Eine Guckfalle.“
Sie legte ihre Mütze wie ein Kissen auf die Bank. Darauf stellte sie das leere Glas. Dann setzten sich alle vier hinter die Hecke. Zwieback legte sich flach ins Gras.
„Ganz still“, sagte Nora.
Es dauerte nicht lange. Ein brauner Vogel mit gesprenkelter Brust flog auf die Bank. Im Schnabel trug er ein Schneckenhaus. Er hüpfte zum flachen Stein neben dem Bankbein. Dann klopfte er das Haus gegen den Stein. Tock. Tock-tock.
„Da“, hauchte Ben. „Der Täter.“
„Das ist kein Täter“, brummte es hinter ihnen. Herr Groll stand mit dem Besen da. „Das ist eine Singdrossel. Der Stein ist ihre Schmiede.“
„Ihre was?“ fragte Tim.
„Drosselschmiede“, sagte Herr Groll. „Drosseln suchen sich einen harten Stein. Dort öffnen sie Schneckenhäuser. So kommen sie an ihr Frühstück. Immer derselbe Stein, jeden Morgen.“
Ben schrieb es auf. „Wer: Singdrossel. Wie: mit einem Stein. Warum: Frühstück.“
„Und das Tock von der Mauer?“ fragte Nora.
„Meine Bohnenstangen“, sagte Herr Groll. „Zwei Klopfer, ein Rätsel. Kein Wunder, dass ihr euch geirrt habt.“
„Ich habe Sie verdächtigt“, gab Tim zu. „Entschuldigung.“
„Ihr habt genau hingesehen“, brummte Herr Groll. „Das machen gute Spürnasen. Wartet.“
Er ging über den Hof und kam mit einem Rosinenwecken zurück. Er brach ihn in vier Stücke, und ein kleines Eckchen fiel für Zwieback ab. Alle sassen auf der Bank und kauten. Es war warm in der Sonne, und die Drossel klopfte weiter.
„Fall gelöst“, sagte Nora mit vollem Mund.
Dann kam der Bus. Er kam pünktlich.
Am Freitag legte Tim seinen Teelöffel neben den Stein.
„Falls sie mal Suppe will“, sagte er. „Eine Schneckensuppe, ganz gruppe.“
„Das reimt sich immer noch nicht“, sagte Lina. Aber sie lachte trotzdem.
Diese Geschichte wurde von künstlicher Intelligenz erstellt. Bitte lies sie vor dem Vorlesen kurz an.
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