Die Spürnasen und die Kerne im Ranzen
6 bis 8 Jahre · Lang · Spannung · von Camillo
Folge 9 · Serie „Die Spürnasen von der Bushaltestelle"
Am Montag kurz vor acht schrie Tim laut auf.
"Ich bin vergiftet! Ich bin verkernt! Ich bin ver... verkernt sich das überhaupt?"
Nora schob ihre Mütze aus der Stirn. "Was ist los?"
Tim hielt seine Hand hoch. Darin lagen sieben Sonnenblumenkerne.
"Die waren in meiner Jackentasche", sagte er. "Ich habe sie da nicht hingetan. Ehrlich."
Ben holte sein Heft heraus. Er schrieb: Montag, kurz vor acht. Sieben Kerne. Tasche von Tim.
"In meinem Ranzenfach waren auch welche", sagte Lina ruhig. "Vier Stück. Ganz unten."
Nora sah zur Bank, zur Hecke, zum Zaun. Dann sagte sie den Satz, den sie immer sagte.
"Das ist ein Fall. Wir beobachten."
Zwieback, der kleine Hund, schnupperte an der Bank. Er steckte die Nase in die Ritze zwischen den Brettern. Dann bellte er einmal kurz.
"Er warnt uns", flüsterte Tim. "Vielleicht ist es ein Kernmonster."
"Es gibt keine Kernmonster", sagte Ben. "Es gibt Kerne. Und es gibt jemanden, der sie trägt."
Dann kam der Bus. Er kam pünktlich, wie immer.
Am Dienstag waren es mehr.
In Tims Mütze lagen elf Kerne. In der Ritze der Bank steckten drei. Auf dem Boden vor dem Wartehäuschen lag eine kleine Spur, wie eine gestreute Linie.
Ben schrieb alles auf. "Elf, drei, eine Spur. Die Spur zeigt zur Hecke."
Über der Mauer, drüben im Hof, fegte Herr Groll. Sein Besen kratzte über die Steine. Neben ihm stand ein Eimer. In dem Eimer waren Sonnenblumenkerne.
Tim zog die Schultern hoch. "Er hat die Kerne. Er ist der Kerne-Mann."
"Wir verdächtigen niemanden ohne Beweis", sagte Nora. Aber sie sah den Eimer trotzdem lange an.
Sie gingen zur Mauer. Herr Groll brummte mit seiner sehr tiefen Stimme.
"Guten Morgen. Was starrt ihr so?"
"Ihre Kerne wandern", sagte Ben sachlich. "In unsere Taschen."
Herr Groll lachte, und sein Lachen klang wie ein Lastwagen im ersten Gang.
"Meine Kerne sind für die Vögel. Meisen mögen sie. Grünfinken auch."
Er zeigte auf sein Vogelhaus. "Ich fülle jeden Abend eine Schale. Morgens ist sie leer."
"Jeden Morgen leer?", fragte Nora.
"Jeden Morgen", brummte Herr Groll. "Ich dachte, die Vögel fressen viel."
Hinter ihm bewegte sich das lange Gras neben dem Geräteschuppen. Ganz kurz. Herr Groll sah es nicht. Die Kinder auch nicht. Sie schauten alle zum Vogelhaus.
"Ich schlage eine Falle vor", sagte Nora.
Tim wurde blass. "Ich falle nicht gern. Ich bin schon zweimal gefallen."
"Keine Falle zum Fallen", sagte Lina freundlich. "Eine Falle zum Sehen."
Am Mittwoch kamen sie zehn Minuten früher.
Nora hatte einen Plan. Lina streute feinen Sand vor die Tür des Geräteschuppens, in einem sauberen Halbkreis. Ben legte ein weisses Blatt Papier auf die Bank. Darauf machte er ein Häufchen aus fünf Kernen.
"Wer sie holt, läuft durch den Sand", sagte Nora. "Und lässt Spuren."
"Und wenn es ein Riese ist?", fragte Tim.
"Dann sehen wir sehr grosse Spuren", sagte Ben.
Dann teilten sie sich. Nora und Ben stellten sich an die Mauer. Lina, Tim und Zwieback blieben bei der Bank.
Es war still. Ein Blatt drehte sich auf dem Boden. Tim reimte leise vor sich hin.
"Der Kern ist fern, ich hab ihn gern, und morgen scheint bestimmt der... Bus."
"Das reimt sich nicht", sagte Lina.
"Es beruhigt mich trotzdem", sagte Tim.
Da rief Nora von der Mauer: "Der Sand! Da sind Spuren!"
Alle rannten hin. Im Sand standen winzige Abdrücke. Sie waren kleiner als Tims kleiner Fingernagel. Vier Zehen vorn, fünf hinten. Und dazwischen eine dünne Schleifspur.
"Ein Schwanz", sagte Ben. "Der Täter hat einen Schwanz."
"
Diese Geschichte wurde von künstlicher Intelligenz erstellt. Bitte lies sie vor dem Vorlesen kurz an.
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