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Lotti und der Trottinett-Dieb

6 bis 8 Jahre · Mittel · Märchen · von Camillo · 🎧 1× angehört

Es war einmal ein Mädchen namens Lotti, dessen Trottinett so alt war, dass es bei jeder Fahrt klapperte wie ein Topf voll Löffel.

«Wenn es auseinanderfällt, kommt es weg», sagte Lottis Mutter am Montag. «Dann musst du zu Fuss zur Schule, und der Weg dauert doppelt so lang.» Lotti nickte. Sie wollte ihr Trottinett behalten. Es war blau, es war schnell, und es kannte jede Rille im Weg.

Am Dienstag wollte Lotti losfahren. Die Klingel war weg. Nur die kleine Halterung war noch da, leer und nackt.

«Klingeln kannst du auch mit dem Mund», sagte Ruben von nebenan. Ruben zählte gern alles, sogar die Bohnen auf seinem Teller. «Fehlt jetzt ein Teil. Merk es dir.»

Hoch oben in der Weide blitzte etwas Silbernes. Lotti schaute nicht hinauf. Sie machte «kling, kling» und fuhr los.

Am Mittwoch fehlte die glänzende Schraube am Lenker. Der Lenker wackelte wie ein Wackelzahn.

«Fehlen jetzt zwei Teile», sagte Ruben. «Das ist eine Reihe. Reihen gehen weiter.»

Sie schoben das Trottinett zu Frau Kummer, der Velomechanikerin an der Ecke. Frau Kummer hatte Öl an den Fingern und eine Lupe auf der Stirn.

«Eine neue Schraube kostet nichts», sagte sie. «Aber ohne Kugellager rollt kein Rad. In jedem Rad sitzen kleine Kugeln aus Stahl. Die drehen sich, damit ihr nicht schieben müsst.»

«Danke», sagte Lotti. «Das Trottinett hat einen Vogel.»

«Ja», sagte Ruben ernst. «Wahrscheinlich genau einen.»

Am Donnerstag fehlte das ganze Vorderrad. Es lag kein Rad im Gras, keine Spur, kein Krümel Stahl. Lotti setzte sich auf die Treppe. Ihre Mutter kam heraus und schaute sich alles an.

«Ein Trottinett ohne Rad ist ein Brett», sagte sie. «Wir suchen zusammen. Aber nur bis zur Weide, nicht weiter.»

Da rief Ruben: «Da oben! Etwas glitzert!»

In der Weide sass eine Elster. Sie war schwarz und weiss und trug ihren Schwanz wie eine Fahne. Über ihr, im Geäst, lag ein grosses Nest mit einem Dach aus Zweigen. Elstern bauen nämlich ein Dach über ihr Nest, damit niemand hineinschaut.

«Das ist der Dieb», sagte Ruben. «Der Krachschnabel.»

«Krä!», rief die Elster. Es klang wie ein Lachen.

Klettern durfte niemand, das war klar. Also holte Lotti eine flache Schale aus der Küche. Frau Kummer brachte Kieselsteine, gewaschen und poliert, so glänzend wie Mondkiesel. Ruben legte einen Streifen Silberpapier dazu, ganz genau in die Mitte.

Sie stellten die Schale mitten auf den Rasen. Dann setzten sie sich hinter den Zaun und waren still wie Steine.

Die Elster kam näher. Sie hüpfte einmal um die Schale herum. Sie legte den Kopf schief.

«Krä?»

«Tausch!», rief Lotti. «Ein Kiesel für ein Teil! Ein Stein für dein Bein!»

Die Elster nahm einen Kiesel und flog zum Nest. Dann kam sie zurück und liess etwas fallen. Es war die Klingel. Sie holte den zweiten Kiesel und liess die Schraube fallen. Beim dritten Mal warf sie das Silberpapier fast wieder weg, aber dann kam das Rad. Es plumpste ins Gras und rollte ein Stück, ganz von allein.

«Kugellager», sagte Frau Kummer zufrieden. «Die drehen sich immer noch.»

Am Abend schraubte Frau Kummer alles fest. Ruben zählte laut mit: «Eins, zwei, drei. Reihe zu Ende.» Lottis Mutter hielt die Lampe und lachte, weil die Klingel schief sass und «klong» machte statt «kling».

Die Elster bekam ihre Schale unter der Weide. Darin liegen seither nur Kieselsteine, kein einziges Rad. Sie ist immer noch stolz, aber sie ist jetzt eine ganz normale Elster mit einer ganz normalen Steinsammlung.

Lotti fuhr am Freitag zur Schule. Das Trottinett klapperte kein bisschen mehr.

«Du hast gut nachgedacht», sagte ihre Mutter zum Abschied. «Und du hast Hilfe geholt. Das war das Beste daran.»

Frau Kummer schenkte Lotti eine Klingel aus Messing, die richtig hell klang. Sie machte «kling, kling» über den ganzen Hof.

Am Samstagmorgen lag etwas auf der Türschwelle. Es war ein glänzender Knopf, ordentlich in die Mitte gelegt.

«Sie zahlt Miete», sagte Ruben. «Für die Schale.»

Lotti hängte den Knopf an einen Faden ans Lenkrad. Er glitzert dort bis heute. Die Elster schaut ihn manchmal an. Aber sie nimmt ihn nicht.

Diese Geschichte wurde von künstlicher Intelligenz erstellt. Bitte lies sie vor dem Vorlesen kurz an.

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